Nach einer verbreiteten Konvention werden mathematische Konstanten, darunter auch die eulersche Zahl e, aufrecht statt wie Variablen kursiv dargestellt. Daher habe ich mir einen Befehl \ehoch definiert, mit dem die Basis der e-Funktion aufrecht gesetzt wird (mittels \mathrm). Da ich den Befehl häufig verwende, binde ich ihn in der Praxis durch ein eigenes Paket ein.

Nun verwende ich gelegentlich die Mathematik-Schriftart euler (die nur zufällig den gleichen Namen hat wie die hier thematisierte mathematische Konstante). Diese Schriftart gibt es von Hause aus nur aufrecht, eine kursive Variante existiert nicht. Wenn ich diese Schriftart verwende, verzichte ich also auf die Unterscheidungsmöglichkeit zwischen aufrecht und kursiv. Das heißt dann auch, dass die eulersche Zahl als das gewöhnliche e dieser Schriftart dargestellt werden sollte. Meine Befehlsdefinition führt allerdings dazu, dass das e aus der Schriftart Computer/Latin Modern genommen wird, was unschön, da inkonsistent ist.

Wie sollte ich den Befehl \ehoch definieren, damit er unabhängig von der Schriftart funktioniert?

\documentclass{article}
\usepackage{euler}
\newcommand\ehoch[1]{\mathrm{e}^{#1}}
\begin{document}
$3\cdot\ehoch{5x}$ % korrekte Darstellung ohne euler-Paket, falsch mit euler

$3\cdot e^{5x}$ % korrekte Darstellung mit euler, falsch ohne
\end{document}

gefragt 17 Jun, 20:05

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Cletus
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Kann es sein, dass du in Wirklichkeit wissen willst, wie \mathrm ebenfalls Euler verwendet? Dann wäre die Antwort vermutlich \DeclareMathAlphabet\mathrm{U}{eur}{m}{n} nach dem Laden des Font-Pakets.

Auf der anderen Seite stellt sich schon die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, die Unterscheidung beizubehalten. Die gibt es ja nicht ohne Grund und eigentlich ist dein Verzicht auf die Unterscheidung IMHO nicht korrekt und ein klarer Verstoß gegen ISO 80000-2. Das neuere eulervm behält die Unterscheidung mit Absicht ebenfalls bei.

(17 Jun, 20:51) Ijon Tichy

Der Sinn der genannten Norm leuchtet mir durchaus ein, aber gerade in der reinen Mathematik wird sie nicht immer eingehalten, siehe egregs Antwort hier.

Bei der Schriftart euler gehört es meines Erachtens zum Konzept, auf die Unterscheidung zu verzichten. Schriftartenmischung, um zwanghaft eine Norm zu erfüllen, sagt mir nicht zu.

(17 Jun, 21:21) Cletus

Literatur als Beispiel anzuführen, die sehr viel älter als die entsprechende Normen ist, deren Zweck ja gerade darin besteht, international eine Vereinheitlichung herbeizuführen, ist IMHO als würde man ein die Gutenberg-Bibel als Quelle für korrekte Rechtschreibung heranziehen. Der Buchdruck war 1800 übrigens auch noch deutlich aufwändiger.

Wenn es bei euler zum Konzept gehört, die Unterscheidung nicht zu machen, warum setzen dann sowohl das Paket euler als auch eulervm nicht selbst \mathrm entsprechend?

(17 Jun, 22:24) Ijon Tichy

Aber wie gesagt: Wenn du die Unterscheidung generell nicht treffen willst, dann definiere \mathrm entsprechend oder schreib dir gleich ein Paket, das Konstanten abhängig von Optionen wie puremath und isoconform unterschiedlich definiert. Das ist nämlich der Sinn von Markup.

(17 Jun, 22:33) Ijon Tichy

Meine Anforderungen kann ich mit folgendem Code erfüllen:

\documentclass{article}
\usepackage{euler}
\makeatletter
\AtBeginDocument{\xdef\eulersche@zahl{%
  \@ifpackageloaded{euler}{e}{\noexpand\mathrm{e}}}}
\newcommand\ehoch[1]{\eulersche@zahl^{#1}}
\makeatother
\begin{document}
$3\cdot\ehoch{5x}$
\end{document}
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beantwortet 22 Jun, 16:49

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Cletus
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gestellte Frage: 17 Jun, 20:05

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